Men don’t cry
Hannes Jung
Die Ausstellung „Men don’t cry“ präsentiert Arbeiten, die zwischen 2017 und 2024 in Bosnien und Herzegowina entstanden sind. Im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung steht ein lange tabuisiertes Thema: sexualisierte Gewalt an Männern während des Bosnien-Herzegowina-Krieges (1992–1995). Hannes Jung untersucht in seiner künstlerisch-fotografischen Arbeit wie individuelle und gesellschaftliche Traumata in Menschen weiterwirken. Unter anderem interessiert ihn der Aspekt, welche körperlichen und seelischen Spuren Gewalt hinterlassen kann und wie sich diese Erfahrungen in individuelle und kollektive Selbstbilder einschreiben.
Seit vielen Jahren begleitet ihn dabei die Frage, was vom Krieg in einer Gesellschaft übrig bleibt. In subtilen Schwarz-Weiß-Aufnahmen verbindet Jung dokumentarische Recherche mit einer poetisch verdichteten Bildsprache, die das Sichtbare mit dem nur schwer Sagbaren in Beziehung setzt. Die Arbeit „Men don’t cry“ setzt sich mit tradierten gesellschaftlichen Vorstellungen von Männlichkeit auseinander und hinterfragt sie, ohne die erzählten Erfahrungen festzuschreiben. In zurückhaltenden Bildräumen stehen hier Maskulinität, Verletzlichkeit, Irritation und Hoffnung nebeneinander und eröffnen neue Sichtweisen.



