36. Foto-Arbeitsstipendium des Haus am Kleistpark 2025 vergeben
Das Foto-Arbeitsstipendium des Haus am Kleistpark 2025 erhält in diesem Jahr Mathilde Tijen Hansen. Das von ihr eingereichte Projekt „Schwerbelastungskörper“ überzeugte die fünfköpfige Jury bestehend aus Katia Reich (Vorsitz), Andrzej Steinbach, Christin Müller, Mirjana Vrbaški und Franziska Schmidt.
Hansen dokumentiert in „Schwerbelastungskörper“ die Spuren der ab 1937 geplanten Nord-Süd-Achse in Berlin. Die als über 7 km lange und 120 m breite geplante Straße war zentraler Bestandteil einer repräsentativen und ideologisch aufgeladenen nationalsozialistischen Stadtplanung. Ausgehend von dem gleichnamigen Bauwerk in Tempelhof-Schöneberg entwickelt die Fotografin entlang dieser nie realisierten Achse ein vielschichtiges Bild urbaner und sozialer Räume und erforscht, wie diese bis heute die Stadtstruktur prägt. In ihrer Serie verbindet Hansen präzise dokumentarische Aufnahmen von Stadträumen, Baulücken, Nachverdichtungen und Übergangszonen mit einfühlsamen Porträts von den Menschen, die heute hier leben.
Mit ihren klar komponierten Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigt Hansen wie sich historische Stadtplanung in die urbanen Strukturen Berlins, hier im Bezirk Tempelhof-Schöneberg, bis in die Gegenwart einschreiben und wie Fotografie als Medium Erinnerung, Machtstrukturen und Alltag verknüpfen kann. Besonders hervorzuheben ist, wie reflektiert sich die Künstlerin mit fotografischen Vorbildern urbaner Räume auseinandersetzt und diesen die subjektive Perspektive einer spannungsreichen Gegenwart hinzufügt.